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BayernTour Natur - Spaziergang entlang der Rednitz

Trotz drückender Hitze fanden sich am Sonntag, 06.07.`08 über 40 Naturinteressierte um 15:00 Uhr am Treffpunkt Dambacher Brücke ein, um im Rahmen der BayernTour Natur unter der Führung von Herrn Gunnar Förg einen naturkundlichen Gang am Rednitzufer zu unternehmen.

Gewässerkundler Gunnar Förg bei der Suche nach Flussbewohnern

Zum Begrüßungskomitee gehörte auch ein Weißstorch der die Gruppe allerdings aus sicherer Entfernung beäugte bevor er sich erneut der Nahrungssuche widmete. Ungeachtet der drohenden Regenwolken ging es nach der Begrüßung am Rednitzufer entlang Richtung Trogbrücke. "Falls uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht, können wir uns dort unterstellen " erklärte Herr Förg.

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Herr Förg (Mitte)
am Fluss entlang
Rosskastanie

Schößlinge der Graupappel
unter der Trogbrücke

Am ufernahen Trampelpfad gab es viel zu entdecken und zu erklären,wie die Wilde Möhre, die Urform unserer heutigen Karotte, die Wiesenflockenblume oder alte Heilpflanzen wie Breit- und Spitzwegerich. "Mittlerweile lässt man vielerorts die Wiesenblumen wieder aussamen und mäht nicht vorzeitig ab - dies ist sehr wichtig für die Artenvielfalt unserer Wiesen und für den Erhalt unserer Schmetterlings- und anderer Insektenpopulationen. Zu früh gemäht können die Raupen nicht zur Verpuppung gelangen und im darauffolgenden Jahr hat die Wiese einen Großteil der wichtigen Futterpflanzen eingebüßt, da sie sich nicht versamen konnten. So kann relativ schnell aus einer ökologisch wertvollen Wiese ein artenarmer Bereich werden, der für viele Insekten und andere Tiere keine ausreichende Lebensgrundlage mehr bietet".

Zu den wichtigen Pflanzen des Uferbereiches gehören Schilf (wasserklärende Wirkung), Schachtelhalm oder Pestwurz. Der Beifuss, eine Gewürzpflanze, kann bis zu 1,50 hoch werden."Der Uferrandstreifen eines Flusses muss 10 Meter betragen: Innerhalb dieser 10 Meter darf keine landwirtschaftliche Nutzung erfolgen" - das hat, so Förg, allerdings auch eine zunehmende Verbuschung zur Folge und zeigt auf eng beieinanderstehende Schößlinge der Graupappel. Auch Weiden (Bruch- und Salweide) und Schwarzerlen wachsen am Rednitzufer, wobei der Schwarzerle durch die uferfestigende Bewurzelung eine besondere Bedeutung zukommt. Vereinzelt finden sich auch Eichen, Walnuss, Wildkirsche und Rosskastanie.
"Die Rosskastanie ist eine wichtige Heilpflanze: Der Hauptwirkstoff ist das Aescin, im Zusammenspiel mit anderen Wirkstoffen wie Flavonoiden, Cumarinen und Gerbstoffen wirkt der Rosskastanienextrakt venenstärkend und entzündungshemmend." >> Artikel Rosskastanie

Eigentlich wollte Herr Förg sein Spezialgebiet, das Leben im Wasser, an einem der zahlreichen durch den natürlichen Flusslauf der Rednitz gebildeten "Gumpen" (Kehrwasser) erläutern. Wetterbedingt suchte die Gruppe dann doch die Trogbrücke auf. Rechtzeitig wurde der Unterstand erreicht wo Herr Förg Kescher und Watstiefel auspackte und unter den Steinen am Ufer Wasserlebewesen wie Dreikantmuscheln, Bachflohkrebse und Wasserschnecken (die sogenannte langfühlerige Schnauzenschnecke) hervorholte. Fliegenlarven wie die Köcherfliegenlarve oder Larven der Eintagsfliegen stehen am Anfang der Nahrungskette und sind keineswegs nur lästige Insekten!

Die von Herrn Förg in "fließendem Fränkisch" kurzweilig und interessant dargestellten Informationen wurden durch zahlreiche Schautafeln und Karten (alle von Herrn Förg mit eigenen Aufnahmen selbst gestaltet!) unterstützt. Auch die Larvenhaut einer Libelle konnte bestaunt werden und auf einer der Schautafeln war der Syphon (Atmungsorgan) einer Dreikantmuschel in Großaufnahme zu sehen.

Auch wenn sich die heimliche Hoffung einiger Teilnehmer den seltenen Eisvogel zu beobachten nicht erfüllte, herrschte hervorragende Stimmung - ein voller Erfolg für Herrn Förg und die BayernTour Natur!

Ulrike Hempe

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