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Klumpenschwamm

Seit die Pegnitz in der Höhe des Röllingersteges vor einigen Jahren renaturiert wurde, wartet sie beinahe regelmäßig mit biologischen Überraschungen auf. So gedeihen zur Zeit im bis zu 4,2 Meter tiefen Flussabschnitt, dessen Ufer steil nach unten führen, Klumpenschwämme aller Couleur. Mit einer Ausdehnung von wenigen Zentimetern bis weit über einen halben Meter besiedeln sie in den Farben gelb, grün und weiß Steine, im Sand versunkenes Hartsubstrat und das für die Fische als Unterstand so wichtige Totholz!

Bei dem Wort „Schwamm“ denkt das Gros der Bevölkerung bestimmt eher an Badeschwamm. Manche vielleicht sogar an griechische Schwammtaucher. Wieder andere etwa an Urlaub in der Südsee. Dass aber richtige Schwämme in den Gewässern vor unserer Haustüre existieren, wenn die Wasserqualität stimmt, dürfte nahezu unbekannt sein. Neben dem Geweihschwamm Spongilla lacustris ist der Klumpenschwamm Ephydatia fluviatilis ein relativ häufiger Vertreter in Deutschlands Gewässern.

Für Fürth bedeutet dies: Klumpenschwämme zeigen z.B. die Gewässerqualität im Waldmannsweiher oder in unseren Flüssen an. Als Bioindikator der Gewässergüteklasse zwei und mit einem Durchmesser zwischen 10 und 50 cm
ist der Klumpenschwamm kaum zu übersehen, wenn man denn etwas von ihm wüsste! Je nach der Algeneinlagerung variiert die Farbe von grün, bräunlich oder auch nach hellweißlich.

Schwämme sind ja keine Pflanzen, wie vielfach falsch angenommen wird, sondern Tiere. Sie siedeln auf Unterwasserpflanzen, Steinen oder Holzstücken wie Ästen und Zweigen, die ins Wasser gefallen und untergegangen sind. Manchmal „ummanteln“ sie sogar Hartsubstrat. Über den Sommer erreicht der Klumpenschwamm seine größte Ausdehnung. Parallel dazu werden nun zahlreiche kugelige, gelblich bis braun gefärbte Dauerstadien, die Gemmulae, sprich Gemmulä, gebildet, die nach dem Winter zu neuen Schwammgebilden heranwachsen. Eine ungeschlechtliche Vermehrung kann aber auch durch die Abschnürung von Teilen des Schwammkörpers erfolgen. Daneben gibt es manchmal eine geschlechtliche Vermehrung durch Eier, indem diese in den Schwammkörper eingestrudelt und dort durch Spermien befruchtet werden. Haben diese sich zu schwimmfähigen Larven entwickelt, werden sie ausgestoßen um sich wenig später auf Hartsubstrat festzusetzen und zu kleinen Schwämmen heranzuwachsen.

Die Elterntiere, also die alten Schwämme überstehen den Winter nicht. Die Nahrung besteht aus Einzellern, gelösten organischen Stoffen oder Bakterien, welche mit dem Wasser herbeigestrudelt werden. Süßwasserschwämme eignen sich nicht zum Badeschwamm. Aber ihr Vorkommen zeigt an, dass im Gewässer die Welt weitgehend in Ordnung ist.

Gunnar Förg 

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