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Faire Milch statt toter Ernte

Eine rundum gelungene Veranstaltung war die Filmvorführung „Tote Ernte, der Kampf ums Saatgut“ des Bündnis gentechnikfreie Region Fürth Stadt und Land am 29.04.2010 im BIKUL Lindenhain.

Der voll besetzte Saal zeigte dass die Menschen nicht die Augen vor diesen Problemen verschließen sondern dass immer größere Teile der Bevölkerung durch Ihr Engagement und ihre Kaufentscheidungen zu einem Kurswechsel beitragen denn die Konzerne reagieren nur auf Umsatzeinbußen!

Brigitte Peiker

OB Dr. Thomas Jung

Die faire Milch

Manfred Gilch

Wolfgang Kleinlein

Verein für Bienenzucht in Stein und Umgebung

Auf der Terasse des BIKUL

Uwe Kekeritz

Der Film zeigte sowohl das Engagement von Percy Schmeiser, Träger des alternativen Nobelpreises, gegen die Praktiken des Agrogentechnik-Konzerns Monsanto als auch die allgemeine Problematik der patentrechtlichen Vermarktung von Saatgut.

*Um die Gentechnik durchzusetzen, haben die Chemiemultis fast alle großen Pflanzenzüchter geschluckt. Gentechnik stoppt nicht den Hunger in der Welt, sondern fördert den Chemieabsatz. Die Gentechnik macht Nutzpflanzen gegen Unkräuter resistent. Der Bauer darf die Pflanzen anbauen, mit Chemie behandeln und verkaufen, mehr nicht! Jede Wiederaussaat, oder Zuchtarbeit wird verboten, oder mit Gebühren belegt, was der Rückkehr der Leibeigenschaft gleichkommt. Der Gipfel des ganzen ist die sogenannte Terminator-Technologie. Die Pflanzen werden gentechnisch so manipuliert, dass sie nur einmal keimfähig sind. Eine Wiederaussaat ist zwecklos. Die Ernte ist tot!*

„Mit dem Terminator-Gen ausgestattete Pflanzen können allerdings durch Bestäubung ihre Erbanlagen an nicht genmanipulierte Pflanzen der gleichen Spezies weitergeben!“ so Percy Schmeiser – man kann sich unschwer vorstellen welche Folgen daraus entstehen können!

Nach dem Film kamen Gäste aus Politik und Landwirtschaft zu Wort. Sehr interessant war die Vorstellung der neuen Milchmarke „Die faire Milch“: Das einzigartige Konzept verbindet die Interessen der Milchbauern sowohl mit den Anforderungen des Natur- und Artenschutzes als auch mit dem Verbraucheranspruch auf gesunde und bezahlbare Milch. So durfte im liebevoll dekorierten Saal des BIKUL auch die schwarz-rot-gelbe Kuh Faironika, Logo und Erkennungszeichen der fairen Milch in Lebensgröße nicht fehlen! Sie steht für die faire Philosophie der fairen Milch:

Fair zum Verbraucher – Fair zur Umwelt – Fair zum Bauern

„Unsere Milch ist fair zum Bauern, da er einen kostendeckenden gesicherten Milchpreis von 40 Cent pro Liter erhält. Die Milch wird in der Region verkauft, aus der sie stammt: Dadurch wird das Überleben der Höfe gesichert!“ erläuterte Manfred Gilch vom Bund deutscher Milchviehhalter. „Natürlich werden die Kühe gentechnikfrei ernährt. Zusätzlich aber schränken wir den Anteil an Silomais und Kraftfutter auf ein Drittel der normalen Menge ein. Das hat zwar einen geringeren Milchertrag zur Folge aber dadurch erhöht sich der Anteil an Omega-3-Fettsäuren auf über das Doppelte im Vergleich zu herkömmlich produzierter Milch: Unsere Milch ist daher besonders gesund denn der Verzehr von Omega-3-Fettsäuren kann das Herzinfarktrisiko deutlich senken!

Auch der Umwelt wird Rechnung getragen: Kurze Transportwege und artgerechte Tierhaltung sind Pflicht. Eine weitere Besonderheit der fairen Milch: Jeder Landwirt verpflichtet sich ein Tierschutz- oder Umweltprojekt zu betreuen: „Das kann eine Streuobstwiese ein, eine Vogelschutzhecke oder naturnahe Weidehaltung. Die Artenvielfalt auf den Wiesen ist uns sehr wichtig.“ Das ganzheitliche Konzept der fairen Milch ist langfristig und umfassend angelegt, daher haben die Erzeuger der fairen Milch auch Umwelt und Imkerverbände auf ihrer Seite. Kaufen kann man die Milch für 0,99 Euro pro Liter bis jetzt in Edeka- und REWE-Märkten sowie zum Beispiel bei Strunz-Lebensmittel in Siegelsdorf. Eine Ausweitung des Angebots im Handel ist geplant.

Die faire Milch konnte ebenso wie Honig von Imkern aus der Region auf der neu gestalteten Terasse des Bistro verkostet werden: Bei fast hochsommerlichen Temperaturen wurde die Milch dann aber eiskalt genossen! 

Im Anschluss stand Bundestagsabgeordneter Uwe Kekeritz, Bündnis 90/die Grünen, Rede und Antwort zum Thema. Der Volkswirt und Dozent hat sich unter Anderem auf das internationale Patentrecht im Bereich Generika spezialisiert.

Ein gelungener und höchst informativer Abend, der Hoffnung macht: Viele kleine Schritte können eben doch Großes bewirken!

Text und Fotos: Ulrike Hempe
*Textauszug Bündnis gentechnikfreie Region Fürth Stadt und Land

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