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Muscheln

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Muscheln sind Weichtiere (Mollusken) und werden wegen ihrer beiden Schalenklappen der Klasse Bivalvia zugeordnet.

Gewöhnlich sind die Schalenklappen am oberen Rand durch das sogenannte „Schloss“ gelenkig verbunden. Beide Klappen werden durch einen vorderen Schließmuskel zusammengehalten. Der vordere Schließmuskel ist sehr häufig verkümmert, der hintere dafür umso kräftiger entwickelt. Beiden wirkt das Ligament, das Schlossband, entgegen. Sein Zug öffnet die Schalenklappen. Erschlaffen bei toten Muscheln die Schließmuskeln, öffnet sich das Gehäuse also durch den Zug des Ligaments.

Die Schale der Muscheln ist aus drei Schichten aufgebaut. Einer hornartigen äußeren, einer Prismenschicht aus Kalk in der Mitte und schließlich einer abgeschiedenen Perlmuttschicht innen. Diese fehlt jedoch überwiegend den Meeresmuscheln. Muscheln haben weder ein zentrales Nervensystem noch besonders entwickelte Sinnesorgane noch eine Radula (Raspelzunge), wie die Schnecken. Dafür sind die meisten Organe, z.B. die Kiemen paarig angelegt, die als einfache Fadenkiemen oder als Blattkiemen ausgebildet sein können.

Muscheln sind in der Regel getrenntgeschlechtig, es gibt kaum Zwitter. Eine Paarung findet nicht statt. Samenzellen und Eier werden einfach ins Wasser ausgestoßen. Je nach Muschelart (ob Süß- oder Salzwasser) entwickeln sich dann Glochidien- bzw. Veligerlarven. Der Unterschied: Veligerlarven sind die Schwimmlarven der Meeresmuscheln, welche einige Zeit eine planktonische Lebensweise führen, dann absinken und zu Jungmuscheln heranwachsen. Die Glochidien dagegen verlassen ihr Muttertier im Süßwasser, um an Fischen zu parasitieren (Fische) bis sie abfallen und sich zu kleinen Muscheln umgebildet haben.

Nach den antiken Flussgöttinnen benannt, die für die Reinheit des Wassers bürgten, werden unsere heimischen Muscheln der Überfamilie Najaden zugeordnet. Sie gliedern sich weiter in die Familie der Flussmuscheln (Unionidae) und die der Teichmuscheln (Anodontinae). Häufige Arten sind hier die Große Teichmuschel (Anodonta cygnea), welche in einem gesicherten Bestand im Fürther Waldmannsweiher lebt und die Gemeine Teichmuschel (Anodonta anatina). In den Fließgewässern leben manchmal noch die Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera), die Gemeine Malermuschel (Unio pictorum) und die Gemeine Flussmuschel (Unio crassus).

Weitere größere Arten sind oftmals im Bestand stark ausgedünnt bzw. schon erloschen. Neben einer dauernd steigenden Nitratbelastung machen eingebürgerte bzw. eingeschleppte Tierarten unseren Muscheln das Leben schwer. Erwähnt seien davon besonders der Bisam und die Dreikantmuschel! Während der warmen Jahreszeit nahezu ein reiner Pflanzenfresser, wird der Bisam in der vegetationslosen Zeit zum ernsten Muschelfeind. Die Weichtiere werden von ihm heraufgetaucht und an bestimmten Plätzen verzehrt. Im Laufe eines Winters können an einem einzigen Fressplatz bis zu 1000 Muscheln so ihr Leben verlieren. Die Dreikantmuschel dagegen hat die Eigenart, alle möglichen Hartsubstrate in großer Anzahl zu besiedeln und steht im Verdacht, durch Massenbefall den Stresstod heimischer Muscheln zu verantworten.

Gunnar Förg

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