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Wespenspinne

Ursprünglich war die Wespenspinne Argiope bruennichi eine mediterrane Art. Zuerst, vor rund 25 bis 30 Jahren, wurde sie in Deutschland nur in klimatisch besonders begünstigten Regionen, etwa im Rheingebiet gefunden. Zwischenzeitlich hat der Achtbeiner mit seiner unverwechselbaren Zeichnung, wenn auch nicht häufig, so doch regelmäßig ganz Mittelfranken besiedelt.

Ist das Männchen im Aussehen recht unscheinbar, tritt das Weibchen mit einer wunderschönen Körperfärbung auf. Gerade der üppig gelbe Hinterleib, unterbrochen von schwarzen und weißen Querbinden, dazu die ebenfalls quergestreiften Beine, werden dem Namen „Wespe“ mehr als gerecht.

Zu der Familie Radnetzspinnen gehörend baut die Wespenspinne das Fangnetz meist zwischen Gräsern dicht über dem Boden. Und obwohl sie laut Fachliteratur zu den eher wärmeliebenden Arten zählt, wird sie bei uns vorwiegend entlang an Gewässern mit angrenzenden, leicht feuchten Wiesen angetroffen. Für Fürth heißt das, an den Karlsgräben, dem Farrnbach, verschiedenen Rednitzstrecken und evtl. am Waldmannsweiher.

Als Beutetiere fallen ihr vor allem Feldheuschrecken bzw. Grashüpfer zum Opfer, welche dort in der Regel immer zahlreich vorkommen. Bei der Paarung kriecht das deutlich kleinere Männchen unter das ruhig im Netz sitzende Weibchen und führt dann Bauch an Bauch mit der Partnerin einen Taster in diese ein. Noch während der Vereinigung endet in den meisten Fällen die Passivität des Weibchens. Es ergreift ihren „Liebespartner“, tötet ihn und frisst ihn auf. Nur sehr selten gelingt einem Männchen nach erfolgter Paarung die Flucht.

Die Eier legt „sie“ Ende August bis in den September hinein in ballonförmige, mit Spinnfäden in der Umgebung verankerte Kokons. Die Jungspinnen schlüpfen noch vor Einbruch des Winters, verbringen aber die kalte Jahreszeit unbeweglich im Schutz des watteartigen Gespinstes. Erst im Monat Mai durchbeißen sie die Kokonhülle und krabbeln dicht an dicht nach draußen. Nach einigen Tagen der Ruhe häuten sie sich und beginnen ihr Leben in Freiheit.

Das Männchen der Wespenspinne erreicht eine Körpergröße zwischen vier bis sechs Millimeter. Das Weibchen wird gut 15 Millimeter, in wärmeren Gegenden sogar über zwei Zentimeter groß. Normalerweise ist die Wespenspinne gegenüber dem Menschen friedlich und harmlos. Aufgrund ihrer respektablen Körpergröße wird in Fachkreisen aber darüber diskutiert, ob die Beißwerkzeuge nicht eventuell doch die menschliche Haut, z. B. bei kleineren Kindern, bei einem Biss spürbar durchdringen können!

Gunnar Förg

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde bereits in der Fürther Nachrichten veröffentlicht.

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